Total normal? Krieg der Spielphilosophien (Buli 6. Spieltag)

Am Wochenende traute man seinen Augen kaum. Da jagte doch tatsächlich Mesut Neeskens im Bremer Weserstadion zwei fulminante Kanonenschläge ins Triangel. Da zauberte sich Renato Cruyff im Bochumer Ruhrstadion fast Knoten in die Beine und bediente ein ums andere Mal in Weltklassemanier Vollstrecker Pätti Rensenbrink. Veritabler „Voetbal total“ in den deutschen Bundesligastadien, wie er zuletzt in den siebziger Jahren auf internationaler Bühne vom holländischen Oranje-Ballett zelebriert wurde.

Es tobt ein Kampf der Systeme in der Bundesliga, dessen Ausgang noch vollends ungewiss ist. Den total und bisweilen unkontrolliert Offensiven aus Leverkusen und Bremen stehen die Kleinbrötchenbacker, die Nullsteher und Maurer feindselig starrend gegenüber. Ein Blick auf die Tabelle belegt die Kluft zwischen Totalitarismus und Minimalismus. Und ab!

Mauertakti(c)ker 6. Spieltag

Mauertaktik-Imperator von Schleck weilt noch „auf“ Thailand, um seine Schildklöten zu massieren, daher: Zwei glorreiche Halunken -Teil II. Wäre Bill Gates auch ein patenter Kerl, wären wir nicht nur live, sondern auch dabei online. Es erwartet uns trotzdem ein spannendes Wochenende, unter anderem mit dem 9. Schöneberger Kürbisfest und auch Bundesliga wird wieder gespielt. Vermisst wird im Vereinsheim einmal mehr die Mauertaktikpraktikantin Viktoria, es bleiben ja noch 28 Spieltage. Premiere-Experte an diesem Wochenende ist Stefan Effenberg – heute mit Tiger-Intimfrisur. Ton aus -danke! Mehr…

Derby, oder was? – der 25. Spieltag der J-League

Was macht ein „Derby“ zum Derby? Oder was macht ein „Clásico“ zu einem solchen? Über diese Fragen kann man sicher ganze Buchbände verfassen, aber die Grundzutaten für ein Derby scheinen zunächst die regionale Nähe und eine besonders starke Rivalität, sei diese sportlich, religiös, sozial oder politisch begründet, zu sein. Wie ist nun aber das Duell der Urawa Red Diamonds mit den Mannen von Omiya Ardija einzuordnen? Eine gewisse räumliche Nähe lässt sich nicht bestreiten. Die beiden ehemaligen Städte Urawa und Omiya wurden im Jahre 2001 zur neuen Millionenstadt Saitama City zusammengeschlossen. Aber sind diese beiden Vereine wirklich Rivalen? weiter gehts…

Der letzte Kettenraucher

Inspiriert von Kollege Nutas Beitrag zu Walter „El Teerlunge“ Frosch sinnierte ich, lässig in der Hängematte baumelnd, ein wenig über die guten, alten Zeiten, in denen noch jede Profimannschaft ihren Kettenraucher hatte. Oft auch gleich eine mehrköpfige, mit allen Freiheiten ausgestattete Kettenraucherfraktion.

Da in den Zeiten von gesundheitsbewussten Vollblutprofis, die sich zwischen Theraband-Übung und Videostudium noch schnell die Feinstaubplakette für ihren Audi abholen, der Homo Glimmstengel keine Daseinsberechtigung mehr hat, sei auf einen der genialsten Permaqualmer der neunziger Jahre hingewiesen. Mauertaktik proudly presents: The last great Nikotin-Kicker – Mario Basler. Und ab!

5 Tore für ein Halleluja – der fünfte Spieltag

Der fünfte Spieltag hat sich ohne Frage einen Platz in den Geschichtsbüchern erarbeitet. Es ging schon mit einem gutem Fußballspiel am Freitag los. Beim 4:0 der Leverkusener gegen H96 war es allerdings nur eine Mannschaft, die für Unterhaltung sorgte. Für den historischen Meilenstein sorgte aber zweifellos Werder Bremen. Beim 5:2 in München wurde die Festung Allianz-Arena nicht nur gestürmt, sondern regelrecht ausgeräuchert. Die unschöne Seite des Spieltags waren sicherlich die Spiele auf Schalke, in Cottbus und in Bielefeld. Diese Gruselkicks hatten neben einem hohen Dornröschenfaktor nicht viel zu bieten. Der Fußballfan kann aber insgesamt zufrieden mit dem Spieltag sein, denn eins kann man sagen: Die Meisterschaft ist völlig offen. weiter gehts…

Was macht eigentlich… Walter Frosch? (1)

Wenn man nicht gerade aus Hamburg oder Kaiserslautern kommt oder sich intensiv auf die nächste Ausgabe von „weeß’te ?! – das Fußballquiz“ vorbereitet, wird einem der Name Walter Frosch auf Anhieb eher gar nichts sagen. Zugegebenermaßen: Mir sagte er auch nichts, bis in einem Kommentar auf dieser wunderbaren Seite ein Videolink gepostet wurde (Dank an den Don!). Nach kurzer Recherche über dieses Fußball-Unikum war schnell klar, daß es allerhöchste Eisenbahn war, diese Wissenslücke zu schließen. mehr

Mauertakti(c)ker 5. Spieltag

Wie schon ein altes Sprichwort besagt: der zweite Ticker ist immer der schwerste. Besonders erschwert wird das heutige Unternehmen durch die Absenz von Fränk von Schleck. Mauertaktik hat keine Kosten und Mühen gescheut um die grandame der Redaktion an die Küsten Südostasiens zu schicken um da in der Hängematte zu versauern. So dürfen die beiden Chefpraktikanten Persico und H.Nuta heute mal schreiben, was sie wollen. Zum Ticker

Hast Du Töne (II)

Spontan kommen zwei großartige Traditionen in den Sinn, mit denen der Deutsche Fußball-Bund in den letzten Jahren völlig unnötigerweise gebrochen hat. Da wäre zunächst einmal die legendäre „Blaue Stunde“, die in den achtziger Jahren noch fest zum Rahmenprogramm eines jeden Länderspiels gehörte. Hierbei kamen Mannschaft und Trainerstab des Abends zusammen und knipsten sich nach allen Regeln der Kunst die Lichter aus. Alles, was Leber und Hirnrinde wehtat, wurde aufgefahren. Oder wie Bundestrainer Derwall es einmal formulierte: „Es gab viel Obst und Getreide in flüssiger Form.“ Wer es wagte, diesem feucht-fröhlichen Fußball-Stammtisch fernzubleiben, konnte sich drastischer Konsequenzen sicher sein, wie Bernd Schuster erfahren durfte, den Derwall, der Kreuzritter gegen die Spaßbremsen der Nation, kurzerhand vom nächsten Länderspiel wieder auslud.

Darüber hinaus machte sich die Nationalelf im vierjährigen Turnus vor den Augen der Nation zum Deppen. Und ab!

Erlebnisbericht: Colo-Colo vs. Universidad Católica

Es ist nun schon ein Weilchen her, als ich mich im Mai diesen Jahres auf eine kurze Südamerikareise begab. Erste Station dieser Reise war Santiago de Chile. Der Besuch der Stadt war auch mit der Hoffnung verbunden dort ein Fußballspiel besuchen zu können. Zugebenermaßen hielten sich meine Kenntnisse des chilenischen Fußballs einigermaßen in Grenzen, allerdings hatte ich den Namen „Colo-Colo“ schon vor der Abreise im Hinterkopf. Bei Colo-Colo handelt es sich zum einen um einen Häuptling der Mapuche-Indianer vergangener Tage und um den nach ihm benannten Sportverein. Dieser ist Rekordmeister im Fußball und konnte bislang als einzige chilenische Mannschaft 1991 die Copa Libertadores gewinnen. Hierzulande dürfte der Wechsel von Arturo Vidal von Colo-Colo zu Bayer Leverkusen den Bekanntheitsgrad deutlich gehoben haben. weiter gehts…

Schlachthof 11

Es gab eine Zeit, da war der Fußball für einen bestimmten Spielertypus besonders gefährlich. Lange bevor das Regelwerk zum Gesundheitsschutz der Athleten verschärft wurde, wurden die genialen, trickreichen Spielmacher, die technisch beschlagenen, dribbelstarken Spielentscheider in steter Regelmäßigkeit bis an den Rand der Körperverletzung (und oft darüber hinaus) Opfer von brutalen Grätschen und fiesen Tritten. Und ab!